Bilanz des Schuljahres 2025/26

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern / Erziehungsberechtigte, liebe Kolleginnen und Kollegen des FJG und des ASB RV Barnim e.V.!

Ein spannendes Schuljahr liegt hinter uns. Neben dem regulären Unterricht und dem erneut breiten Angebot an ergänzenden Veranstaltungen, häufig auch an externen Lernorten, schauten wir außerdem nach vorn und beschäftigten uns mit der Frage, wie Lernen der Zukunft mit modernen Lernsettings erfolgreich aussehen kann.

Wir begannen das 21. Schuljahr des Freien Joachimsthaler Gymnasiums mit einer Schulgemeinschaft bestehend aus 130 Schülerinnen und Schülern, davon 29 Neulinge in den beiden Lerngruppen des 7. Jahrgangs, sowie 21 Lehrkräften, zwei Schulbegleiterinnen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, unserem Hausmeister Herrn Ehling sowie einer Referendarin. Letztere beendete ihr Referendariat bereits im September und stand uns bis zum Halbjahr als Vertretungslehrkraft zur Verfügung. Außerdem hatten wir ca. einmal monatlich Besuch einer für uns zuständigen Schulpsychologin. Dieses Angebot zur individuellen Beratung wurde von einigen Schülerinnen und Schülern regelmäßig sowie gelegentlich auch von Lehrkräften genutzt und geschätzt. Es unterstützte die Arbeit der Klassen- und Vertrauenslehrkräfte sowie der Schulleitung.

Teil unseres Lehrkräfteteams wurden auch vier neue Kolleginnen und Kollegen, darunter eine ehemalige Abiturientin des FJG. Diese Lehrkräfte verstärkten uns nicht nur fachlich (Mathematik, Politische Bildung, Spanisch, WAT, Medien, Sport), sondern sind darüber hinaus eine Bereicherung für unser Schulleben und unsere Schulentwicklung.

So gab beispielsweise unser neuer Sportlehrer dem Sportbereich am FJG ein deutlich größeres Gewicht und Erscheinungsbild. Er trainierte Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an Wettbewerben von „Jugend trainiert für Olympia“, gestaltete gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern unser Sportfest neu als eine Mischung aus Teamgeist fördernden Stationen und Disziplinen mit Leistungsrelevanz, bei denen nicht nur Sportnoten, sondern auch das Sportabzeichen errungen werden konnte. Eine Schüler-Fußball-WM gemeinsam mit Sechstklässlern der benachbarten Grundschule krönte die sportlichen Aktivitäten zum Abschluss des Schuljahres.

Mit der Grundschule pflegen wir auch weitere gemeinsame Aktivitäten. So wurde auch in diesem Jahr der Buchstabierwettbewerb gemeinsam durchgeführt sowie ein Hochsprungwettbewerb. Schülerinnen und Schüler des FJG waren außerdem in einer Jury beim Vorlesewettbewerb der Grundschule.

Nach wie vor ist uns Kontakt zu den Eltern / Erziehungsberechtigten sehr wichtig. Neben den in der Regel zweimal jährlich stattfindenden Elternversammlungen und der jährlichen Schulkonferenz gab es auch wieder Elternsprechtage und die Möglichkeit, individuelle Termine zu vereinbaren. Darüber hinaus sorgen wir für Transparenz durch regelmäßige Informationen an die Eltern /Erziehungsberechtigten. Sie werden seit diesem Schuljahr neben den bereits bestehenden Kommunikationswegen mehrmals jährlich über Newsletter von der Schulleitung über Neuerungen an unserer Schule informiert.

Auch waren Eltern engagiert als Betreuer von Arbeitsgemeinschaften oder nahmen an Studientagen zur Schulentwicklung teil. Diese Möglichkeiten der Partizipation wollen wir in Zukunft weiter ausbauen. Auch unsere Schülerinnen und Schüler ermuntern wir immer wieder dazu, sich zu beteiligen im Sinne demokratischer Mitgestaltung. Bisher nehmen nur wenige Schülerinnen und Schüler dieses Angebot wahr. Wir sind jedoch optimistisch, dass dies durch unsere Schulentwicklung in Zukunft häufiger der Fall sein wird.

Was Fortbildungen betrifft, so gab es in diesem Schuljahr neben individuellen Fortbildungen erneut einige für das gesamte Kollegium. Besonders erwähnenswert ist die Einführung in die Nutzung eines Defibrillators inklusive begleitende Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Björn-Steiger-Stiftung stellte uns kostenfrei Übungspuppen, einen Übungs-Defibrillator sowie einen echten Defibrillator zur Verfügung. Unsere Biologielehrkräfte ließen sich in den Umgang mit diesem Equipment schulen und reichten ihr Wissen allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften als Multiplikatoren weiter.

Weitere gemeinsame Fortbildungen dienten vor allem unserer Schulentwicklung. Es begann mit einem SchiLF-Tag zum Thema Gesundheit in der Vorbereitungswoche des Schuljahres, welchen externe Coaches, die Soul Teachers, mit uns durchführten. Eine Zukunftswerkstatt gegen Ende des Tages zeigte deutlich, wie offen das Kollegium für neue Lernsettings und eine Veränderung von Schule an sich ist, gerade auch aus dem Blickwinkel des Gesundheitsaspektes heraus. Kleine Veränderungen mit großen Auswirkungen wurden direkt beschlossen, z.B. dass wir Druck von allen Seiten nehmen wollten, indem wir den Aufenthalt der Schülerschaft in den Pausen nicht mehr zwingend nach draußen verlagerten. Auch ein SchiLF-Tag zum Thema „Neue Autorität“ im Januar passte sehr gut zur Entwicklung einer neuen Haltung im Kollegium.

Über das Schuljahr hinweg blieb die Schulleitung sowie der Schulträger in engem Kontakt mit den Soul Teachers. Wir besuchten außerdem Schulen, welche freieres Arbeiten erlauben, und sammelten dabei Eindrücke und Ideen, was bei uns funktionieren könnte und was eher nicht. Durch unsere Arbeitsgruppe LemaS (Leistung macht Schule) und der von ihr organisierten Projektwoche „Schule der Zukunft“ im Schuljahr zuvor hatten sich viele Lehrkräfte schon intensiv mit alternativen Lernsettings beschäftigt. Dabei kristallisierte sich die Arbeitsweise der Schmetterlingspädagogik, wie es an der preisgekrönten Alemannenschule Wutöschingen praktiziert wird, als modellhaft für uns heraus.

An einem weiteren Studientag mit den Soul Teachers im März 2026 stellten wir Lehrkräfte gemeinsam mit einigen Schülerinnen und Schülern sowie Eltern die Weichen für die zukünftige Entwicklung am FJG. Im Juli 2026 gaben wir nach einer Umfrage dem Kind einen Namen: „FJG 2.0 – Lernen neu erleben“, so heißt nun unser Schulentwicklungsprojekt, an dem wir Lehrkräfte ab August 2026 gemeinsam mit dem Schulträger, den Soul Teachers und interessierten Eltern sowie Schülerinnen und Schülern besonders intensiv weiterarbeiten wollen. Ziel dabei ist eng begleitetes, personalisiertes Lernen kombiniert mit Lernen durch Erleben.

Letzteres spielt schon seit Jahren eine große Rolle am FJG. Das zeigen die vielen durchgeführten Projekte und Exkursionen sowie unser stark entwickelter Berufsorientierungszweig. Dennoch wollen wir weitere externe Lernorte hinzugewinnen und den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten bieten, in der Praxis tätig zu werden. Um unser Netzwerk an entsprechenden Kooperationspartnern zu erweitern, luden wir Vereine, Betriebe, Institutionen und weitere Interessierte zu einem Ersten Netzwerktreffen des FJG ins Gymnasium ein. Ca. 25 Gäste folgten der Einladung und nach einer kurzen Vorstellung bisheriger Projekte sowie unserer Ziele des Abends führten Lehrkräfte und auch Herr Mettin als Vertreter des Schulträgers Gespräche mit den Gästen. Gemeinsam eruierten wir, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit wir aktuell sehen. Im neuen Schuljahr wollen wir davon Einiges in die Tat umsetzen.

Darüber hinaus wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I im kommenden Schuljahr für einen Tag im Monat in einen Betrieb, einen Verein etc. schicken, wo sie Verantwortung übernehmen bzw. sich beruflich orientieren können. Diese Praxislernen-Tage werden vom WAT- und LER-Unterricht eng begleitet werden. An diesen Tagen werden die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe einen Studientag zu Hause verbringen und wir Lehrkräfte an unserem Schulentwicklungsprojekt arbeiten.

Geplante Studientage gab es bereits in der Vergangenheit regelmäßig. Hinzu kamen gelegentlich spontan ausgerufene Studientage aufgrund von Unwetterwarnungen, in der Regel gefrierender Regen. Im Gegenzug musste nur einmal der Unterricht verkürzt werden aufgrund starker Hitze. An den sonstigen warmen bis heißen Tagen lernten wir unsere neue Klimaanlage auf der Südseite der Schule schätzen, welche gemeinsam vom Förderverein und dem Schulträger unseres Gymnasiums finanziert worden war. Der Förderverein führt dazu jährlich einen Spendenlauf durch. Die Erlöse des Laufes in diesem Jahr gehen in eine neue Basketballanlage, welche ebenfalls durch den Schulträger unterstützt sowie durch Spenden von Sponsoren ermöglicht wird und zu Beginn des kommenden Schuljahres eingeweiht wird.

Den Unterricht im Schuljahr konnten wir lückenlos abdecken. Fehlten Lehrkräfte, so gab es stets Vertretungsunterricht oder zumindest Aufgaben. Bei den jüngeren Jahrgängen waren diese Aufgaben auch stets betreut. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen erhielten außerdem eine frohe Botschaft im Herbst: die verpflichtenden Facharbeiten in Kl. 9 sowie die Abschlussprüfungen in der Jahrgangsstufe 10 an Gymnasien entfielen. Das Schuljahr war im Vergleich zur mittleren Schuljahreslänge besonders kurz und so konnte die freiwerdende Zeit in Kl. 10 für Vorbereitungen auf die Qualifizierungsphase der Sekundarstufe II genutzt werden.

Der uns sehr wichtige Bereich der Berufs- und Studienorientierung, für den wir auch das Berufswahlsiegel zum zweiten Mal erhielten, hatte auch in diesem Schuljahr einen hohen Stellenwert. Die Schülerinnen und Schüler besuchten Berufs- und Studienmessen, absolvierten Praktika ab Kl. 9, konnten Beratungstermine der Agentur für Arbeit direkt in der Schule buchen und besuchten auch Betriebe, Zentren und Hochschulen der Umgebung, so z.B. die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, das Berufsinformationszentrum Eberswalde, die Deutsche Luft- und Raumfahrtgesellschaft in Berlin sowie eine IT-Firma und ein Gefängnis. An einem Projekttag mit einem ehemaligen Abiturienten der Schule, jetzt Pilot einer großen Luftfahrtgesellschaft, lernten die Schülerinnen und Schüler Berufe im Flugwesen kennen. Neuntklässler bereiteten sich auf simulierte Bewerbungsgespräche mit externen Kooperationspartnern vor und nahmen anschließend an ihnen teil. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe unterzogen sich dagegen einer Studienfeld bezogenen Testung, um ihre Eignung für gewisse Studienrichtungen herauszufinden.

Weitere Exkursionen fanden statt, um Theaterstücke auf der Bühne zu erleben, Filme mit anschließendem Gespräch mit dem Regisseur zu sehen, den Landtag zu besuchen und auch Bundestag sowie Bundesbank, Gerichtsverhandlungen beizuwohnen, in Museen zu lernen, mit einem Förster Naturkunde zu betreiben oder auch einfach sich sportlich beim Klettern zu betätigen und Zeit an den wunderschönen Seen der Schorfheide zu verbringen.

Darüber hinaus wurde geschichtliches Wissen und Bewusstsein, insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus betreffend, den älteren Schülerinnen und Schülern nahegebracht. Sie setzten sich bei einem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen und beim Projekt Lebensmelodien, Gleis 17, mit diesen Themen auseinander, und traten bei letztgenanntem Projekt mit ihren kreativen Ergebnissen bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin auf.

Viele Veranstaltungen, welche den regulären Unterricht bereicherten, fanden auch direkt im Gymnasium statt. Beispielhaft genannt seien hier unser jährlich stattfindender und von Schülerinnen und Schülern organisierter Anti-Diskriminierungsprojekttag, ein Theaterstück zur Prävention von Alkoholmissbrauch sowie eine moderne Aufführung von „Faust“, Projekte zur politischen Bildung wie eine simulierte Plenardebatte mit Politikern aus dem Landtag, Workshops der Deutschen Gesellschaft zu den Themen Nahostkonflikt und Antisemitismus, ein Workshop eines Hospizes sowie Workshops, welche sich mit Energie und anderen Herausforderungen der Zukunft wie Wassermangel beschäftigten.

Zum Abschluss des Schuljahres gab es weitere Highlights. Neben den schon erwähnten sportlichen Wettkämpfen zeigte unsere Theater-AG, geleitet von der Mutter einer Schülerin, was sie ein ganz Jahr über kreativ erarbeitet und geprobt hatten. Sie luden im Juni zu „Schneewittchen Reloaded“ in die Aula der Grundschule ein, eine wirklich überzeugende Vorstellung, nachdem sie ihre Generalprobe vor Schülerinnen und Schülern der Grundschule gezeigt hatten. Die Ergebnisse der Holz-AG, ebenfalls von einem Elternteil, von Beruf Tischler, geleitet, durften zum Sommerfest bestaunt werden. Unter anderem hatten sie nach historischen Aufzeichnungen ein Modell der Burg Grimnitz in Joachimsthal detailgetreu nachgestaltet.

Darüber hinaus fand gegen Ende des Schuljahres eine Präventions-Projektwoche zum Thema Sucht mit Schwerpunkt auf Alkohol und Rauchen statt. Besonders die durchgeführten Experimente und die eingeladenen Gäste, unter anderem von den Anonymen Alkoholikern, beeindruckten die Schülerinnen und Schüler sehr und sorgten für nachhaltiges Wissen und veränderte Haltungen zum Thema. Auch das erneut durchgeführte Segelprojekt fand wieder Anklang ebenso wie der erstmals durchgeführte Bunte Activity-Tag am vorletzten Schultag, an welchem Schülerinnen und Schüler handwerklich, praktisch und kreativ tätig werden konnten.

Auch Klassenfahrten kamen in diesem Schuljahr nicht zu kurz. Es ging ins Seezeit Resort am Werbellinsee zum Kennenlernen für unsere neue 7. Klasse und für die älteren Jahrgänge nach Mierow in Mecklenburg-Vorpommern, nach Thüringen und sogar ins Ausland: nach Valencia in Spanien, Canterbury und London in England und Mailand in Italien. Diese Fahrten sorgten für ein Zusammenwachsen der Klassengemeinschaften und natürlich auch viel kulturellen Input und damit eine Erweiterung des Horizonts.

Zu feiern gab es ebenfalls so Einiges. Das Schuljahr begann mit unseren Jubiläumsfeierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Freien Joachimsthaler Gymnasiums an zwei Tagen. Nach einer offiziellen Festveranstaltung mit geladenen Gästen gab es zwei Tage später noch eine Party für die gesamte Schulgemeinschaft sowie ehemalige Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte mit DJ und allerlei Aktivitäten, welche allen viel Spaß machten. Alle anderen Feierlichkeiten sind schon zu guter Tradition am FJG geworden: der Día de los Muertos, die Weihnachtsfeier, der Tag der offenen Tür, Fasching, die Mottowoche und der Abistreich unserer Abiturientinnen und Abiturienten, die Abiturzeugnisausgabe – alle haben bestanden mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,1 – sowie der Abiball, in diesem Jahr im Schloss Boitzenburg, sowie schließlich unser Sommerfest mit Zeugnisausgabe, zu welchem auch Eltern / Erziehungsberechtigte herzlich eingeladen waren.

Insgesamt gesehen darf zurecht behauptet werden, dass das Schuljahr 2025/26 für das Freie Joachimsthaler Gymnasium ein sehr erfolgreiches war. Alle Aktivitäten, Highlights und Entwicklungen waren jedoch nur möglich durch das bemerkenswerte Engagement vieler einzelner Menschen der gesamten Schulgemeinschaft und des Schulträgers. Sie bilden das tragende Fundament für all unser Tun, was uns optimistisch in die Zukunft schauen lässt. Wir sind aufgeregt und gespannt auf die Fortsetzung unserer Entwicklung im neuen Schuljahr!

Bis dahin, erlebnisreiche und erholsame Ferien allerseits! Bleiben Sie und bleibt ihr gesund!

Petra Koglin, Schulleiterin