Never change a running system – Ändere nie ein funktionierendes System!
Wie wahr, sagen wir alten Hasen, eine altbekannte Weisheit in vielen Belangen. Doch wie gut funktioniert Schule heute noch? Wie zufrieden sind Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern mit Schule sowie Betriebe und Hochschulen mit den Schulabgängern? Wir alle kennen den Trend. Und er beunruhigt uns.
Die Welt und unsere Gesellschaft haben sich dramatisch verändert. Schule darf und muss sich auch verändern! Das Lernen und Lehren soll wieder mehr Spaß machen statt Druck und Stress auszulösen. Das Lernen soll nachhaltig sein statt orientiert auf den nächsten Test. Der Bezug zur Lebenswelt soll stärker in den Mittelpunkt rücken. Lernen im eigenen Tempo statt im Gleichschritt und individuelle Förderung sind einige der angestrebten Ziele ebenso wie Selbstwirksamkeitserfahrungen und Übernahme von Verantwortung.
Es gibt Schulen, die uns Vorbilder sind, die sich schon längst auf den Weg gemacht haben und erfolgreich arbeiten. Unser großes Vorbild: die Alemannenschule in Wutöschingen. Dort lernen Schülerinnen und Schüler eng begleitet und dennoch selbstbestimmt nach einem klugen Konzept und zeigen zudem beeindruckende Prüfungsergebnisse. Wir wollen in den nächsten Monaten und Jahren viel von dieser Schule lernen und übernehmen und gleichzeitig unseren eigenen Weg finden. Dies wollen wir umsetzen unter professioneller Begleitung der Soul Teachers. Sie führten mit uns am 9.3.26 einen Studientag am FJG durch. Das Besondere: es war keine reine Lehrkräftefortbildung, sondern alle Eltern und Schülerinnen und Schüler, die es ermöglichen konnten und Interesse am Thema haben, waren eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.
So waren 20 Lehrkräfte, neun Eltern und drei Schülerinnen und Schüler einen ganzen Tag lang involviert in Input- und Gruppenarbeitsphasen sowie dem Zusammentragen der Ergebnisse im Plenum. Folgende Fragen und Aspekte standen im Mittelpunkt:
- Was wünschen wir uns für das Lernen an unserer Schule?
- Warum müssen wir Schule neu denken?
- Was ist personalisiertes Lernen?
- Was sind die sechs lernrelevanten Faktoren?
- Grundlagen der Schmetterlingspädagogik an der Alemannenschule Wutöschingen
- Zukünftige Lernmodelle am FJG
- Roadmap für die nächste Zeit
Es gab einen regen Austausch und es war zu spüren, wie sehr fast alle Beteiligten sich Veränderungen wünschen und das System des Lernens an der Alemannenschule als Vorbild sehr geeignet finden. Dieser breite Konsens ist eine unglaublich wertvolle Ausgangsbasis für alles Kommende.
Erste Ideen für Veränderungen an unserer Schule sind sofort umsetzbar, haben wir festgestellt, Anderes wird seine Zeit brauchen. Alles soll sich entspannt entwickeln, ganz ohne Zeitdruck. So werden wir uns im nächsten Schuljahr 26/27 zunächst ausführlicher mit den einzelnen Bausteinen des Lernkonzepts auseinandersetzen und Materialien vorbereiten, um im Jahr darauf mit einer oder zwei Pilotklassen an das konkrete Umsetzen zu gehen. Wir machen uns also auf und fühlen uns ermutigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Schaut gern in die Fotos für einen Eindruck von den Arbeitsphasen, den Ergebnissen und dem Feedback am Ende des Studientages.
Vielen Dank an alle aktiv am Gelingen des Tages Beteiligten! Das sind:
- unsere Schülerinnen und Schüler Amélie (Kl. 7), Luana (Kl. 8) und Ole (Kl. 9), welche mit vielen Ideen konstruktiv und selbstbewusst auftraten
- die in angenehmen Gesprächen Ihre Perspektive einbringenden Eltern
- alle Lehrkräfte, die neben Ihrer offenen Haltung und inhaltlichen Arbeit, welche auch kritische Aspekte nicht ausschloss, außerdem für kulinarische Hightlights sorgten
- Herrn Ehling für die logistische Unterstützung
- die Soul Teachers und die gesamte Schulleitung für die Vorbereitung und Durchführung dieses Studientages
- unser Schulträger, der ASB RV Barnim, für die Finanzierung des Tages und die Unterstützung unseres Schulentwicklungsvorhabens generell
Gemeinsam werden wir unsere Schule erfolgreich weiterentwickeln und sollte nicht alles gleich funktionieren, so werden wir entspannt bleiben und diese Situationen im Sinne einer positiven Fehlerkultur als Lerngelegenheiten betrachten. Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit!
Eure Schulleiterin
Petra Koglin









