Ein farbenfrohes Eingangstor in unsere Stadt

Dass ein Bahnhof zu einem schönen Ort des Verweilens werden kann, dafür machten sich vor vielen Jahren auch Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums stark. Der Maler und Designer Holger Barthel hatte ein außergewöhnliches Projekt auf den Weg gebracht: In gemeinsamer kreativer Arbeit wandelte sich im Jahr 2014 der Joachimsthaler Bahnhof zu einer sehenswerten Freiluft-Galerie.

Neue Farben auf alten Fassaden
Im Rahmen des Kunstprojektes „Joachimsthal blüht auf“ mauserte sich das seit Jahren verfallene Empfangsgebäude des Bahnhofs zu einem sehenswerten Erlebnisraum. Davon konnten sich anlässlich der Ausstellungseröffnung 2014 viele Gäste und Besucher selbst überzeugen, unter ihnen Eltern unserer kreativen Schülerinnen und Schüler, unsere damalige Schulleiterin Prof. Brigitte Meier, der Geschäftsführer des Schulträgers ASB Regionalverband Barnim e.V. Andre Mettin und viele Lokalpolitiker.

Die damalige Bürgermeisterin Gerlinde Schneider fand im Jahr 2014 die richtigen Worte: Ein Bahnhof sei auch das  Eingangstor zu einer Stadt. Dass dem nun mit dieser Ausstellung gebührend Ausdruck verliehen werden konnte, darüber freute sich der Künstler Holger Barthel. Großformatige, farbenfrohe Fassadenbilder luden ab 2014 für viele Jahre alle Reisenden ein, sich auf diese Weise ein erstes Bild von Joachimsthal zu machen.

Spachteln statt Malen
Entstehen konnte die Ausstellung auch dank einer besonderen Gestaltungstechnik: Die Farbe der Bilder wurde nicht auf das Mauerwerk gemalt, sondern in dicken Schichten mit einem Spachtel aufgetragen. So entstand die fast plastische Wirkung der Bilder.

Linda Koglin, damals Schülerin der 11. Klasse unseres Gymnasiums, war begeistert von der ungewohnten kreativen Betätigung außerhalb der Schule. Drei Fensterbilder entstanden unter ihren Händen. „Am besten gefällt mir selbst das mit der Eule“, befand sie. Ihre Kunstlehrerin Bettina Pohl zeigte sich angesichts der beeindruckenden Ergebnisse der Schülerarbeiten begeistert. Mit einer glatten „Eins plus“ bescheinigte sie Lindas malerische Fertigkeiten. Die Schülerin war begeistert und hatte bereits ein nächstes Projekt im Kopf: der Entwurf eines Filmplakats, ebenfalls mit der erprobten Spachtel-Technik ausgeführt.

Bilder erinnern an Holger Barthel
Die damals anwesenden Gäste der Vernissage spendeten viel Beifall, als an jenem Tag im Jahr 2014 das letzte große Giebelbild unter freiem Himmel enthüllt wurde – im Rahmen der Ausstellung, die auch dank der finanziellen Unterstützung der Sparkassenstiftung und des Landkreises ermöglicht wurde.

Viele der vor über zehn Jahren entstandenen kleinen Bilder hängen heute, im Frühjahr 2026 und nach vielen Jahren der Abwesenheit, wieder an ihren angestammten Plätzen am Joachimsthaler Bahnhofsgebäude. Das große Gemälde aber wanderte ins Zentrum unserer Stadt und hängt nun in der Nähe eines großen Supermarktes. Dort erinnert es an den mittlerweile verstorbenen Künstler und Initiator des  damaligen Kunstprojektes Holger Barthel. Und damit auch an seine vielfältigen Arbeiten, deren Spuren immer wieder neu zu entdecken sind – sei in seiner Wandmalerei im Rathaus Joachimsthal oder in den großflächigen Bildern, die unter den Händen Holger Barthels für unser Freies Joachimsthaler Gymnasium entstanden.

Der Künstler Holger Barthel.
[Bilder: privat, Koglin]

Bilder und Objekte des Künstlers, für die Räume unseres Gymnasiums geschaffen und noch heute bei uns zu sehen. (Ausschnitte)

(Fotos: Koglin/privat)